Großstadtdschungel La Paz

20 Stunden später als geplant und nach einem ziemlich ungemütlichen, 1-tägigen Aufenthalt am Flughafen in Lima, bin ich endlich am Flughafen El Alto in Bolivien angekommen. Nach der Landung eine weitere unangenehme Überraschung: mein Koffer fehlt. Zusammen mit der Dame von LATAM muss ich ein Formular ausfüllen. Sie verspricht mir, dass die Airline sich innerhalb der nächsten 24 Stunden bei mir melden wird, um mir einen aktuellen Stand zu meinem Koffer zu geben. Es ist halb 6 morgens und ich befinde mich auf einer Höhe von 4.061 m, was ich später noch zu spüren bekommen werde. Nach dem ersten Geldwechseln und einem Kaffee möchte ich mich so schnell wie möglich auf den Weg nach La Paz machen, der tiefergelegenen Schwesterstadt von El Alto. Dort wartet Christiane, eine andere MaZlerin, mit der ich eigentlich zusammen fliegen sollte. Sie ist aus München gestartet und in Madrid wollten wir uns treffen. Wegen der seltsamen Gegebenheiten am Flughafen in Frankfurt – angeblich ein Vogel im Triebwerk – habe ich völlig andere Flüge als sie nehmen müssen.

 

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Blick auf La Paz
Christiane konnte mir erklären, wie ich nach La Paz komme: Ich nehme einen Minibus, der wegen des günstigen Preises ziemlich beliebt ist. Die Anzahl der Sitze in dem kleinen Wagen limitieren aber keineswegs die Personen, die einsteigen dürfen. Es kommen alle  rein, die irgendwie reinpassen, stehend, sitzend oder halb in der Hocke. Wenn jemand aussteigen möchte, wird das durch Rufe deutlich gemacht. Wir stoßen auf dem Weg „nach unten“ immer wieder fast an die niedrige Decke, weil die Straße mit Schlaglöchern und Hubbeln gesäumt ist. Auf dem Weg fallen mir die vielen Campesinas auf, indigene Frauen, die alles Mögliche in bunten Tüchern auf ihrem Rücken tragen: Kinder, Koka-Blätter, Marktware oder ihre Einkäufe. Fast alle tragen sie lange, geflochtene Zöpfe.

 

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Der Verkehr sieht geordneter aus, als er es in Wirklichkeit ist
Angekommen am Plaza San Francisco, wo Christiane in einem Hostel auf mich wartet, freue ich mich erst einmal sehr, sie zu sehen. Nach einer Dusche treffen wir Carlos, den Anwalt, der mit uns alles für unser Visum klären wird. Er gibt uns auch eine kleine Führung durch den Stadtkern, aber ich nehme noch nicht alles wahr. Die Höhe, auf der wir uns befinden, hält mein Körper noch nicht so aus. Nur ein paar Treppenstufen und man fühlt sich, als würde man kaum noch Luft bekommen. Dabei dachte ich immer, ich hätte eine gute Lunge. Immerhin geht es keiner von uns wie einer Frau, die ich am Flughafen gesehen habe. Sie musste mit Maske und Gerät beatmet werden, weil sie die Höhe nicht vertrug.

 

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Innenstadt

 

In La Paz gehören kleine, mobile  Stände zum Stadtbild. Hier werden Kaugummis, Getränke, Bananen, Süßigkeiten verkauft. Manchmal sind auch Telefone angeschlossen. Die funktionieren dann wie Telefonzellen, man bezahlt am Ende den Kioskbesitzer. Ich bin auch weiterhin überrascht, wie viele Campesinas mit ihren langen Röcken und bunten Tüchern das Stadtbild prägen. Aber natürlich nicht ausschließlich. Auch Schulkinder, Arbeiter, Studenten. Und dann große, moderne Werbeleinwände über traditionellen Plätzen. Aufkleber von NIKE, adidas und Co. auf den Taxis und Minibussen, die sich scheinbar ohne auf irgendwelche Verkehrsregeln zu achten, durch die Straßen drängeln. Ja, La Paz ist ein Großstadtdschungel und seine Bewohner auf den ersten Blick sehr unterschiedlich.

 

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